Ist Esssucht und Übergewicht eigentlich heilbar?

Es ist schon schwer genug für Menschen ohne Essverhaltensstörungen, abzunehmen. Aber wie schwer ist es erst für diejenigen, die einfach nicht mit dem Essen aufhören können? Und was ist eigentlich Esssucht?

Weiterlesen

 

Montag, 04 Juli 2016 15:52

Wie man im Buddhismus mit schmerzhaften Gefühlen umgeht

Artikel bewerten
(0 Stimmen)

Für die Buddhisten haben unsere Gefühle etwas mit einer übergroßen Identifizierung mit unserem Ego zu tun. Mit Ego ist der Teil von uns gemeint, der andauernd alles bewertet, vergleicht, beurteilt, sich erinnert und sich sorgen macht. Dieser Teil sieht sich als getrennt von allem an, was um ihn herum passiert. Diese Trennung verursacht, laut Buddhismus, bei uns Menschen Leiden. Um unseren Leiden ein Ende zu bereiten, müssen wir uns von unserem Ego distanzieren. Wir müssen erkennen, dass wir nicht unser Ego sind sondern stattdessen eins mit allem auf dieser Welt sind. Nur in der Erkenntnis, dass es keine wirkliche Trennung gibt zwischen uns und der Welt, liegt der Schlüssel zum Glück.

Wir müssen also erkennen, dass wir nicht unsere Gedanken und Gefühle SIND, die konstant auf uns einprasseln. Unser SEIN existiert unabhängig von unseren Gedanken und Gefühlen. Wenn wir diese Trennung und Klarheit gewonnen haben, leiden wir auch nicht mehr.

Das heißt nicht, dass es keinen Schmerz mehr geben wird. Es gibt einen Unterschied zwischen Schmerz und Leid. Wenn etwas weh tut, tut es weh. Wenn wir aber unter dem Schmerz leiden, tut es viel länger weh. Wir entwickeln Geschichten (Meinungen, Urteile, Bewertungen und Glaubenssätze) um das auslösende Ereignis herum und verlängern so den Schmerz auf viele Jahre.

Ein Beispiel wäre z.B. dass schmerzhafte Erlebnisse, die uns als Kind zugestoßen sind, definitiv schmerzhafte Erfahrungen sind. Aber die Tatsache, dass Erwachsene noch Jahrzehnte später darunter leiden - ist Leid. Leid, dass gespeist wird von Erinnerungen, hassvollen Gedanken (gegen sich selbst oder gegen den Täter/Verursacher in sich immer wiederholenden Glaubenssätzen und Gedankenmustern.

Im Buddhismus, können wir uns genau von diesem Leid befreien. Dafür wurden viele Techniken in den unterschiedlichen buddhistischen Richtungen entwickelt.

Warum also leiden wir?

1. Wir identifizieren uns mit unseren Gefühlen

Alleine schon sprachlich kann man sehen, dass wir glauben, traurig zu SEIN, wütend zu SEIN. Ich BIN erschrocken oder er IST alleine.

Das ist nicht in allen Sprachen so. Im Tibetanischen sagt ein Mensch, der z.B. wütend ist, "Es ist Wut anwesend". Daran kann man schon sehen, dass sprachlich ein Unterschied zwischen dem Gefühl und dem eigentlichen SEIN gemacht wird.

In den westlichen Zivilisationen wird dagegen großer Wert auf die Gefühle gelegt. Wir haben Therapeuten, die jede einzelne Gefühlsnuance auseinandernehmen und Gesprächsgruppen, die dasselbe tun.

Die Krux mit der Überidentifizierung mit unseren Gefühlen ist aber, dass sie sich andauernd ändern, manchmal sekündlich. Was heute nervt, kann uns morgen völlig kalt lassen. Was uns gestern noch gefreut hat, kann uns heute langweilen. Unser Gefühlsleben scheint sehr unzuverlässig und wetterwendisch zu sein. Wenn wir also andauernd glauben, dass wir das SIND, was unsere Gefühle uns mitteilen, dann ändert sich auch andauernd unser Selbstbild. Und das wiederum löst nicht nur konstanten Stress aus, sondern misst den Gefühlen auch eine übergroße Bedeutung bei, die sie, dem Buddhismus zufolge, gar nicht verdient haben.

2. Unsere Gefühle werden durch unsere Gedanken ausgelöst, die bei uns unkontrolliert durch das Hirn rasen und darum sind auch unsere Gefühle so schwer zu kontrollieren.

Wir scheinen nur wenig Kontrolle darüber zu haben, was so durch unser Hirn jagt. Es gibt dort ein ständiges Hin und Her, mal ausgelöst durch äußerliche Begebenheiten, oft aber auch anscheinend wie von selbst aus sich heraus entstehend. Wie hyperaktiv unser Gehirn ist, kann man besonders merken, wenn wir meditieren. Sobald wir die äußerlichen Reize reduzieren, scheint unser Hirn Amok zu laufen. Ich weiß aus eigener Erfahrung, wie schwer es ist, auch nur mal eine Sekunde, nichts zu denken. Es ist mir kaum möglich.

Darum wird dem Meditieren im Buddhismus so einen großen Stellenwert gegeben. Es ist DAS Mittel, um zu lernen, die Denkprozesse zu verlangsamen und sich von ihnen zu distanzieren. Anscheinend kann man sie nicht vollkommen zum Stillstand bringen aber man kann sie verlangsamen und damit bekommt man auch eine größere Chance, sich weniger mit den Gedanken zu identifizieren.

3. Wir glauben unseren Gedanken.

Unglücklicherweise scheinen wir jeden Gedanken, der uns anspringt auch erst einmal zu glauben. Dadurch dass wir den Gedanken glauben, entstehen Gefühle, mit denen wir uns wiederum vollkommen identifizieren. Was immer gerade durch unseren Kopf rast, glauben wir. Gedanken, wie "Das ist gut.""Ich will das nicht." "Ich mag das." "So sollte er sich nicht verhalten." tauchen wie von selbst auf. Wir können gar nichts dagegen tun.

Ständig ist unser Gehirn damit beschäftig, alles zu bewerten, zu vergleichen und in Schubladen zu stecken. So funktioniert es nun einmal und so hat es uns ja auch dazu gebracht, bis jetzt zu überleben.
Aber es gibt Phasen im Leben, wo uns genau dieses Schubladendenken in die Bredouille bringt. Denn Gedanken, die negativ ausgerichtet sind, verursachen auch negative Gefühle. Je mehr solcher Gedanken, desto schlechter geht es uns.

Eine Möglichkeit diesen Teufelskreis zu unterbrechen, ist, seine eigenen Gedanken in Frage zu stellen. Eine weitere ist, so wie die Buddhisten es machen, sich von den Gedanken selber zu distanzieren. Dazu dient z.B. die Meditationstechnik, stundenlang auf eine Mauer zu schauen. Dadurch, dass es keine äußerlichen Ablenkungen gibt, wird man sich der eigenen Gedanken viel bewusster. Und das wiederum hilft, einen Abstand zu ihnen herzustellen. Idealerweise identifiziert man sich dann nicht mehr mit den Gedanken und den von ihnen ausgelösten Gefühlen.

4. Wir nehmen uns selber zu wichtig.

Wie schon vorher erwähnt, legt unsere Kultur großen Wert auf das Individuum und seine Gefühle und Bedürfnisse. In buddhistischen Kulturen wird der Gemeinschaft einen größeren Wert beigemessen als dem Individuum. Man versucht sich so zu verhalten, dass es zum Wohle der Gemeinschaft ist und das wiederum dient dann auch dem Individuum. Das heißt, dass man in buddhistischen Kulturen davon überzeugt ist, das Leiden für jeden einzelnen dadurch zu verringern, und somit das Wohlbefinden zu verstärken, wenn man gemeinschaftsorientiert handelt.

Und somit verstehe ich jetzt auch manche der Bilder, die ich von der Tsunami Katastrophe in Japan 2011 nicht vergessen kann. Viele von uns erinnern sich noch an die Bilder der Zerstörung und Verzweiflung. Man sah zerstörte Dörfer und Städte und tausende von Japanern, die in den Trümmern nach ihren Verwandten suchten. Aber nie sah man Menschen, die sich um die kargen Hilfsgüter prügelten oder schreiende Trauernde. Ich hatte diese Selbstdisziplin der Japaner damals nicht verstanden. Wie konnten sie nur so diszipliniert ihre Gefühle für sich behalten? Ich hielt das damals für sehr ungesund.

Aber das Wohl der Gemeinschaft wurde vor dem eigenen Schmerz gestellt. Andere mit dem eigenen Schmerz zu sehr zu belasten, tut der Gemeinschaft nicht gut. Genauso wenig ist Gier, Angst, Panik hilfreich für die Gemeinschaft - also wurden solche Gefühle auch nicht ausgedrückt.

Fazit

Gedanken, Gefühle, Leiden – dies ist eine Kette, die wir unterbrechen können. Egal welcher Philosophie wir folgen wollen oder welche Methoden wir anwenden, wichtig ist, dass wir uns unserer inneren Prozesse bewusst werden und Wege finden, uns von ihnen so zu distanzieren, dass sie uns nicht mehr vollkommen vereinnahmen. Wenn uns das gelingt, können wir auch Wege finden, so mit dem Leben und uns selber umzugehen, dass sich alles leichter und besser anfühlt.

Letzte Änderung am Montag, 04 Juli 2016 16:25

1 Kommentar

  • Kommentar-Link coupon codes amazon coupons Sonntag, 28 August 2016 16:21 gepostet von coupon codes amazon coupons

    das stimmt natürlich alles. Hi Natascha! Worauf ich hinaus wollte war auch die Relation zwischen Kosten und Nutzen von Sozialen Medien. Viele arbeiten damit, erreichen ihre Authentizitäts- und Ehrlichkeits-Ziele aber nicht, verändern an ihrer Kommunikation aber auch nichts. Das ist das Problem. Die sind von einer Werte-Kommunikation ziemlich weit entfernt und denken, dass Transparenz und Offenheit schon allein dadurch gegeben ist, dass man halt “auch” bzw. wohl besser “eh auch…” auf Facebook, Twitter und G+ ist. Und das ist vielen halt einfach zu wenig. Die wollen mehr bzw. nehmen Unternehmen diese postulierte Offenheit nicht ab.

Schreibe einen Kommentar

Make sure you enter all the required information, indicated by an asterisk (*). HTML code is not allowed.

Jetzt kostenlos zum Download!!!

Dein Weg zur Leichtigkeit

 

Möchtest du mehr darüber erfahren, wie du dich von deiner Besessenheit vom Essen befreien kannst?
Dann trage dich hier ein, um dein Exemplar von dem wirklich einmaligen eBook "ENDLICH SCHLANK - Ein ganzheitlicher Weg zur Überwindung von Esssucht und Übergewicht" zu erhalten und nie wieder einen helfenden Beitrag zu verpassen.

 

Ich werde deine Email-Adresse ABSOLUT vertraulich behandeln.

Jetzt auf Amazon bestellen!

EndlichSchlankThumb

 

Möchtest du mehr darüber erfahren, wie du dich von deiner Besessenheit vom Essen befreien kannst?
Dann trage dich hier ein, um dein Exemplar von dem wirklich einmaligen eBook "ENDLICH SCHLANK - Ein ganzheitlicher Weg zur Überwindung von Esssucht und Übergewicht" zu erhalten und nie wieder einen helfenden Beitrag zu verpassen.

 

Ich werde deine Email-Adresse ABSOLUT vertraulich behandeln.